Archiv der Kategorie 'Supporting Trans*-/Inter*-Sichtbarkeit'

Internationaler Tag gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit und Angriffe gegen Transaktivistin/Comiczeichnerin Sophie Labelle

Liebe Freund_innen,

ich möchte hier kurz mit euch einen Blog-Beitrag von Sophie Labelle teilen und ein paar wichtige Punkte daraus übersetzen.
Sophie ist Comiczeichnerin und Trans*aktivistin, Links zu ihren Comics, Kinderbüchern, Veranstaltungen oder sonstigen Aktivitäten seid ihr auf diesem Blog sicher schon begegnet; sie widmet ihr Leben Kunst und Bildung, die zu Aufklärung und Solidarität in Trans*Themen beitragen sollen – und ich finde auch tun!

Sophie ist in ihrer Arbeit sehr erfolgreich, d.h. sie hat eine recht große Reichweite und erreicht auch gerade viele Trans*kinder und deren Angehörige, für welche Sophies Arbeit und Botschaften eine wichtige Unterstützung darstellen. Leider bedeutet diese große Sichtbarkeit aber auch, kontinuierlich einer großen Front an Angriffen ausgesetzt zu sein, wie Fake-Versionen ihrer Comics, die Trans*feindlichkeit und Hass verbreiten, Veröffentlichung ihrer privater Daten, Hackerangriffe auf ihre Online-Platformen und Morddrohungen.
Diese Woche wurde ihre Seite gehackt, ihre Adresse veröffentlicht und sie bekam innerhalb von wenigen Tagen tausende Morddrohungen.

Die Seite ist bzw. wird wiederhergestellt, Sophie befindet sich derzeit in Sicherheit, muss aber umgehend umziehen – online umd was ihre Wohnung betrifft.

Sophie nennt 4 Gründe, warum sie zum Ziel dieser Angriffe wird:
1. Sie ist eine Frau,
2. sie ist trans,
3. sie unterstützt Non-Binary-Leute (die sich in ihrer Identität weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen, Anmerkung meinerseits) und
4. sie unterstützt Intersex-Personen (Menschen, die von ihren körperlichen Anlagen her vonseiten der Medizin als nicht eindeutig männlich oder weiblich eingeordnet weden, Anmerkung meinerseits).

Sie verweist auch auf den 17. Mai, der in dieser Woche an vielen Orten weltweit als Tag gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit gefeiert wurde.
Dass dies wichtig ist und kontinuierliche Unterstützung und selbstkritische Arbeit in z.B. feministischen Strukturen fordert, dürfte deutlich geworden sein.

Love and Solidarity,
L*

Nachricht von Sophie auf ihrem tumblr-Blog:

„Hi everyone,

My webcomic about a transgender girl’s page, Assigned Male Comics, is currently down because it got hacked during the night, along with my personal page and the french version of the comic. After receiving several thousands of death threats in the past few days for making my art, my address was also posted on several forums. I am currently in a safe place and my roommate and I will move away before the end of the week.

Today. May 17th. International Day Against Homophobia, Biphobia and Transphobia. I just want people to be aware that this is what you get for being trans on the internet and for reframing transness into something positive and empowering. I’d also like to acknowledge that this attack was mostly planned because of four explicit reasons :
1. I am a woman
2. I am trans
3. I support non-binary people
4. I support intersex people.

I will keep making my comics, no worries. Folks at Facebook are currently making sure this won’t happen again before I can put my page back up. Nothing was lost.

I know many of my readers will be worried. This is my personal profile, also if you can share this as widely as possible so it reaches them, it would be greatly appreciated.

You can still read my comics on tumblr : http://assignedmale.tumblr.com
or on paper : http://assignedmale.etsy.com
and support my work on Patreon : www.patreon.com/assignedmale

I also set up a Paypal donation email if you want to help with the relocating : sophie@assignedmale.com

Thanks everyone for your support. <3″

[now in English:] 8th of March: Whose Day? Or: Who is Women*?

Decided to have this post in English, too. :-)

Around the 8th of march a lot of feminist talks, demonstrations, parties and other events and actions took place that aimed at enriching exchange on (queer) feminist discussions and to take these (queer) feminist issues and struggles to the streets. Many of the activists involved have been working at linking several struggles and dimensions, through cooperations with different groups, taking into account topics of international feminist struggles and the situation of refugee (women*) in Germany, providing translation and trying to organize demonstrations that could be attended safely by refugees (without papers), too (for example the march organized by International Women’s Space in Berlin or the Reclaim Feminism demonstration in Cologne). The necessity of considering different structures of oppression has been made visible in many spaces – even if there is still a lot to do in many regards.
There is one barrier concerning the inclusion of diverse social positions and identifications which one encounters already in most events‘ titles or related texts: women*. More specifically: the usage of the term women*. (mehr…)

[english:] Materials on Transmisogyny

Since most of the materials I linked in the last post are in English anyway, I decided to sum up the earlier blog post and list just the English speaking resources.

Let’s jump right to it:
I was lucky enough to attend a Workshop by Louzie (she’s a political activist who focuses among lots of other topics – on trans* and trans*femininity issues – see her profile on the female speakers‘ list), which was super helpful – thanks Louzie!

Few points I learned are that were discussed in the workshop:
- Transmisogynie aims for the performance, not for identity; so all ‚male-appearing‘ persons that perform are seen to perform in a ‚feminin‘ way can be effected by that, including cis-males.
- we briefly discussed feminist socialisation and its impact on expectations and (hidden) rules, coming with (potential) exclusions.
- we heard about transwomen’s experience to be judged and excluded due to reproaches of ‚male dominant behaviour‘ – while cis-women are not called out for the same behaviour. Short question to remember whenever you wonder if critizising someone’s behaviour is transmisogynie or not: „Would it be a problem when a cis-woman did the same? No? Then it’s transmisogynie.“
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Here’s a list of materials on Transmisogynie, recommended by Louzie (mehr…)

Transmisogynie Materialtipps – Louzies Liste

Zum Thema Transmisogynie gab’s im Nachgang zum achten März hier schon ein paar Links…
Da ich in der Zwischenzeit die Freude hatte, einen Workshop zum Thema bei Louzie besuchen zu können, gibt es heute nochmal eine breitere Auswahl – denn Louzie hat mir netterweise ihre Liste mit Materialtipps zukommen lassen und ich darf sie hier für euch digital bereitstellen :-)

Aus dem Workshop hier nur drei kurze Punkte, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind:

  • „Transmisogynie zielt auf die Performance, nicht auf die Identität“ – daher kann sich Transmisogynie auch gegen z.B. feminin gekleidete/gestylte Cis-Männer richten.
    (Feminin/maskulin bezieht sich in dieser Begriffsverwendung dabei auf Performance, während weiblich/männlich auf die Identifikation Bezug nimmt.)
  • Auf die Frage, welche Rolle die Sozialisation in diesem Zusammenhang spielt, kam Louzie auf „feministische Sozialisation“ (oder auch politische Sozialisation in linken u.ä. Räumen?) zu sprechen – also in welchen Räumen und Kontexten lernen wir denn wodurch, wie z.B. queere Räume sein sollen oder welches Verhalten vom wem wann o.k. ist … Interessanter Punkt wie ich finde.
  • Außerdem ging es auch darum (etwas grob zusammengefasst hier), dass das Verhalten von Transfrauen in queeren Räumen oft besonders kritisch beäugt wird und ihnen (potentiell) häufiger als Cis-Frauen ‚männliches‘ Verhalten vorgeworfen wird, evtl. mit der Konsequenz eines Raumverweises oder eines Meidens dieser Räume vonseiten der Transfrauen. „Wie kann ich feststellen, ob es sich um Transmisogynie handelt ? Ganz einfach in dem ich mir die Frage stelle: Wäre es ein Problem, wenn es eine Cis-Frau das gleiche macht? Wenn die Antwort „nein“ ist – dann handelt es sich um Transmisogynie.“

Zu Louzie: „Louzie ist politische Aktivistin mit gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Sie hat einen politischen Hintergrund in kapitalismuskritischen und Ökologie-Bewegungen, sowie einen beruflichen in IT und Kulturwissenschaften. Ihre derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind konsensuelle Sexualität und Antidiskriminierungsarbeit für trans* Menschen, besonders trans* Weiblichkeiten.“
Ihr findet Louzies Profil auf der Speakerinnenseite und könnt sie dort auch für Workshops anfragen – ich fand den Workshop sehr wertvoll, Louzie war sehr klar in ihrem Input und bei der Beantwortung unterschiedlichster Fragen und ich hatte den Eindruck, dass Leute mit recht unterschiedlichem Vorwissen etwas mit dem Workshop anfangen konnten. Ich kann euch also nur empfehlen die Gelegenheit zu ergreifen und sie einzuladen :-)

Vielen Dank Louzie!

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Transmisogynie – Materialtipps
Zusammengestellt von Louzie (mehr…)

[kurz verlinkt:] „Ein Trans*Kinderbuch fürs Klassenzimmer!“ (Sophie Labelle)

[Die wichtigsten Infos übersetzt:]

Sophie Labelle, Cartoonistin (assignedmale) und Kinderbuchautorin hat eine neue Aktion gestartet:
Ihr Kinderbuch mit dem Titel „Ein Mädchen wie jedes andere“ (über die Transition eines Kindes und über seine Familie, Freund_innen etc.) soll kostenlos an Grundschullehrer_innen verschickt werden. (mehr…)