Archiv der Kategorie '(Festival-)Reflexionen 2014/2015'

[now in English:] 8th of March: Whose Day? Or: Who is Women*?

Decided to have this post in English, too. :-)

Around the 8th of march a lot of feminist talks, demonstrations, parties and other events and actions took place that aimed at enriching exchange on (queer) feminist discussions and to take these (queer) feminist issues and struggles to the streets. Many of the activists involved have been working at linking several struggles and dimensions, through cooperations with different groups, taking into account topics of international feminist struggles and the situation of refugee (women*) in Germany, providing translation and trying to organize demonstrations that could be attended safely by refugees (without papers), too (for example the march organized by International Women’s Space in Berlin or the Reclaim Feminism demonstration in Cologne). The necessity of considering different structures of oppression has been made visible in many spaces – even if there is still a lot to do in many regards.
There is one barrier concerning the inclusion of diverse social positions and identifications which one encounters already in most events‘ titles or related texts: women*. More specifically: the usage of the term women*. (mehr…)

„Girlhate, Femmephobia, Radical Transfeminism“ and a photo for techno candy //: (Festival-) Reflexion #8

Wieder liegt ein Sommer mit diversen queer-feministischen Gatherings hinter uns und langsam kompostieren die geballten Eindrücke (thx@E für dieses schöne Bild) und setzen sich als Vorhaben zu Dokumentation und Weitertragen ab… Nun, wir werden sehen wie weit ich damit komme.
Begonnen wird aber noch ganz unkompostiert, quasi anachronistisch, also mit dem neuesten Eindruck zuerst … cause who needs rules, und nun viel Spaß.

Statt gesammelter Gedanken oder einer größeren Materialzusammenstellung will ich in dieser ‚Festival-Reflexion‘ hauptsächlich auf den Skript eines Talks verweisen, den ich zum Thema „Girlhate, Femmephobia und Radical Transfeminism“ hören durfte. (mehr…)

Am 8. März & an allen Tagen: Rape Culture bekämpfen!: (Festival-) Reflexion #7

Reichlich spät, dafür aber pünktlich zum weltweiten Frauen*Kampftag, kommt hier noch ein Beitrag aus der Reihe Festival-Reflexionen! Er wird nicht so smooth wie ich das gern hätte, aber anstatt es länger aufzuschieben, will ich euch zumindest puzzleartig meine Sammlung an Materialien zum Thema zugänglich machen.
(An dieser Stelle vorweg ein riesen Dank an meine Freund_innen und Mitstreiter_innen, durch die ich zu den Slogans und den Zines, den Links und Diskussionen, den Festivals und Erkenntnissen gekommen bin – eure Mühe ist nicht vergessen; dass genau diese Arbeit oft von denen gemacht wird, die eigentlich selbst Support brauchen, ist bitter – ich hoffe ich kann hiermit ein wenig zur Umverteilung dieser Belastungen beitragen…)
Aber vorher: Worum geht’s überhaupt?

„Gegen Macker und Rassisten, fight the power, fight the system!“
Es geht (um nur ein mögliches von unendlichen Beispielen zu nennen) um Radiosender, die fleißig Lieder spielen, welche ausschließlich von romatisierten Heterobeziehungen handeln, die mein Lebensziel als Frau* auf die erfolgreiche Auserwählung durch einen Mann* reduzieren und mir nahelegen, dazu meine „weiblichen Reize“ einzusetzen und mich ansonsten gefügig zu verhalten; die zudem noch sexistische und sexualisierte Grenzüberschreitungen verharmlosen und romantisieren. Und die mir im Anschluss raten, ich solle nachts nicht alleine nach draußen gehen und am besten eine Notfallpfeife dabei haben. Honestly?! Fuck off!! (mehr…)

Queere Elternschaft* & Familie* im Politkontext: (Festival-) Reflexion #6

Gewidmet allen, die emanzipatorisch-politische Ansprüche verfolgen – mit freundlichen Grüßen an die feministischen und linksradikalen Szenen.
Hello Family*, this is for you! <3

Edit: Wie im Titel schon anklingt, liegt der Fokus hier auf Familie* im Sinne von ‚Erwachsene, die Verantwortung für Kinder übernehmen‘ – natürlich muss Familie* nicht heißen, dass (selbst in die Welt gesetzte, adoptierte, Pflege-, Stief- oder anderweitig verbandelte) Kinder dabei sein müssen. Ob verwandt, verschwägert oder nichts davon, zusammen aufgewachsen oder nicht, mehrere Generation umfassend oder nicht – Familien* sind ganz unterschiedlich. Was die besonderen Herausforderungen angeht, gibt es vermutlich strukturelle Überschneidungen zwischen Eltern* und anderen Menschen, die sich um (phasenweise, dauerhaft, altersbedingt, …) pflegebürftige Angehörige kümmern; Genaueres dazu bleibe ich euch hier allerdings schuldig. [thx@L für den – unfreiwilligen – Hinweis…]

Körperliche/reproduktive Selbstbestimmung und (fehlende?) feministische Solidarität
Ob „My Body, My Choice“ oder „Mein Bauch gehört mir“: Der Kampf um Selbstbestimmung in Sachen Körper und Lebensgestaltung war von Anfang an zentraler Aspekt feministischer Politik und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch stand und steht dabei zurecht im Fokus. Um sich für die Legalität und gesellschaftliche Akzeptanz von Schwangerschaftsabbrüchen sowie gegen den ‚Imperativ der Mutterschaft‘ einzusetzen, braucht es entschlossene Nachdrücklichkeit. Dabei kann aber der Eindruck geweckt werden, dass ‚Freiheit zur Entscheidung‘ automatisch ‚Entscheidung gegen Schwangerschaft/Elternschaft‘ bedeutet; seltener finden sich innerhalb feministischer Strukturen explizit Hinweise darauf, dass ein Kampf für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch UND die Entscheidung für eine eigene Schwangerschaft/Elternschaft wunderbar miteinander vereinbar sind:
„Don‘t say ‚your body, your choice‘ when you really mean ‚your body, your choice … unless it’s not the same as my choice, in which case fuck you, your body and your choice‘. (mehr…)

A_sexuelle Beziehungen (and why it matters to think about them): (Festival-) Reflexion #5

PART 1
[Asexualität – ein Workshop, an dem ich nicht teilgenommen habe, Material zum Thema und ein paar Gedanken]

Ein Workshop zu den Themen „A_Romantik und A_Sexualität“! Wie passt der in ein queer-feministisches Festival? Let’s see:
„Es geht um die Unterscheidung zwischen sexueller und romantischer Orientierung, darum was asexuell und sexpositiv sein gemeinsam haben, warum für mich Asexualität queer ist, um Consent und darum was du tun kannst, damit sich Asexuelle in deiner Community wohlfühlen.“
Yeah! Alles klar! … Oder?

Blick zurück:
Das erste Mal, dass ich von Asexualität las, ist gar nicht mal so lange her. Ich meine es war ein Artikel in der Straßen aus Zucker #8 mit dem Titel „We don‘t have to take our clothes off to have a good time. Keine Lust auf Sex und glücklich.“ Hier stieß ich das erste Mal auf Interviews mit Personen, die sich als asexuell beschreiben und von ihren (glücklichen – oh ja!) Lebens- und Liebensweisen berichteten.

Auch in dem Clip „Human Sexuality is Complicated“, welcher einen Kürzestabriss geschlechts- und sexualitätsbezogener Identitätsentwürfe und Lebensweisen versucht, begegnete mir Asexualität als sexuelle Orientierung.

Was hat es denn nun genau mit Asexualität auf sich? (mehr…)