„Girlhate, Femmephobia, Radical Transfeminism“ and a photo for techno candy //: (Festival-) Reflexion #8

Wieder liegt ein Sommer mit diversen queer-feministischen Gatherings hinter uns und langsam kompostieren die geballten Eindrücke (thx@E für dieses schöne Bild) und setzen sich als Vorhaben zu Dokumentation und Weitertragen ab… Nun, wir werden sehen wie weit ich damit komme.
Begonnen wird aber noch ganz unkompostiert, quasi anachronistisch, also mit dem neuesten Eindruck zuerst … cause who needs rules, und nun viel Spaß.

Statt gesammelter Gedanken oder einer größeren Materialzusammenstellung will ich in dieser ‚Festival-Reflexion‘ hauptsächlich auf den Skript eines Talks verweisen, den ich zum Thema „Girlhate, Femmephobia und Radical Transfeminism“ hören durfte. Es ist allerdings nicht die selbe Version (die mir noch etwas besser gefallen hat, aber vielleicht ist das der Live-Performance des Textes geschuldet), sondern eine etwas frühere.

In diesem Beitrag („I have no photo for you“) verknüpft techno candy // – ausgehend von Germany’s Next Topmodel – Gedanken zum Thema (pseudofeministischer Kritik an) Girl Culture und Sexarbeit mit der Rolle neoliberaler ‚Erfolgsstorys‘ (von z.B. Modelkandidatinnen und Trans*personen) und dem Mythos vom ‚natürlichen Körper‘ mit ‚Diversity‘ for capitalism’s sake.
Die Modelcastingshow steht dabei für den Traum, gesehen zu werden, anerkannt zu werden.
Erkannt zu werden als die auserwählte Ausnahme. Nicht um eine bedingungslose Anerkennung aller wird dabei gekämpft, sondern es wird konkurriert um ein sich Abheben (aus der dann doch von allen Seiten geringgeschätzten Girl Culture? Oder aus der Masse, deren nur fast perfekte Performance durchschaut wird, indem ihre Anstrengungen – und damit das Verfehlen des Ideals von Natürlichkeit – sichtbar werden?).
Fundamentaler geht es jedoch um den Traum, allein für das eigene Dasein gesehen zu werden:

See who I am. See my worth, love me, respect me, honour me. Take a photo of me, print it out, put it into my book and hand it to me at the end of the week, as a sign that I was seen.

Look at me and see, that I am human.

We‘ve seen you and I hope others will, too. Thank you so much.

Genug geredet, dies sollte schließlich eine Leseempfehlung werden; also nochmal: „I have no photo for you!“

Love,
Laura*

PS:
Wer nicht (nur) auf Englisch lesen mag, findet den Inhalt des Talks auf Deutsch auch verteilt auf „10 Jahre Germany’s Next Topmodel – Eine Betrachtungsreihe voller Liebe, Sehnsucht und verschlossenen Augen vor der Wirklichkeit“ auf demselben Blog. (Die meisten grundsätzlichen Überlegungen und größten Überschneidungen zum Talk bietet dabei möglicherweise Teil 4.)