Archiv für März 2015

[Gastbeitrag:] trans*parent – trans* und Elternschaft

Heute mal kein Text von mir, sondern ein Crosspost von mädchenmannschaft.net…:

E findet in der ‘öffentlichkeit’/sichtbarkeit meistens nicht die ‘richtigen’ worte oder wird nicht angehört oder gesehen, daher hat E irgendwann 2014 eine mutig-wütende bildbeschreibung von dem selbstbild als trans* und elternteil entworfen. keine rechtfertigung, sondern überwindung der sprachlosigkeit.

ich bin trans*parent.

ich bin trans* und elternteil (parent) für mein kind = trans*parent.

ich habe das bedürfnis über mich zu schreiben, weil ich selber keine menschen mit ähnlichen lebensumständen kenne.

wenn ich mich skizzieren würde, hätte ich zuallererst meinen selbstfindungsprozess im zusammenhang mit meiner geschlechtsidentität, meinem körper und meiner verortung in meiner eltern-kind- und freund_innen-beziehungen vor augen. dazu kämen noch sämtliche selbstbestimmte, fremdbestimmte, konstruierte, positionierende zuordnungen, die sich kreuz und que(e)r in dieses bild einschreiben. ein kompliziertes bild. ein bild, was ich hier nicht vollständig wiedergeben will und kann, mir aber in diesem moment während ich schreibe nicht aus dem kopf_körper gehen wird. ein wirres, queeres bild.

trans* (mehr…)

Klare Ansagen zum 8. März (powered by Wut im Bauch)

Liebe Mitstreiter*innen und Typen!
Weltweit gehen heute Frauen*Lesben*Trans*Nicht-Cis-Männer auf die Straße, um zu kämpfen, um laut und deutlich die Ansage zu machen: Wir sind hier um uns gegen jegliche Form männlicher Unterdückung zur Wehr zu setzen, gegen eure körperliche und psychische Gewalt, gegen eure Ignoranz und Geringschätzung, gegen eure Unsichtbarmachung und Vereinnahmung unserer Errungenschaften, gegen eure gewaltsam aufgebaute Vormachtstellung, gegen euer Überlegenheitsgefühl und eure Herrschaftsapparate, gegen eure Weigerung euch mit euren Priviliegien in Staat, Familie, Erwerbsarbeit, Beziehungen, dem öffentlichen Raum und politischen Kontexten auseinanderzusetzen, gegen alles was ihr uns entgegensetzt, von Feminizid bis zu Kommentaren über unsere Körper, von Paragraph 218 bis „ich erklär dir mal den Feminismus“. Euer Dominanzgehabe kotzt uns an, egal ob in Gestalt von androzentrischer (männerzentrierter) Berichterstattung, antifeministischem Herumgeprolle, schleimigen Vorgesetzten oder vermeintlich profeministischen Laberern. Wir werden euch nicht bitten, euch von euren Privilegien zu verabschieden, wir werden euch nicht bitten, eure Unterdrückungsinstrumente doch ein bisschen erträglicher zu gestalten. Wir sind hier um euch wissen zu lassen, dass wir keine Kompromisse machen und nicht darauf warten, bis ihr uns einen gleichberechtigten Stand und würdevolle Leben zugesteht. Wir brauchen euch nicht, um Zugeständnisse zu machen oder um uns zu unterstützen – wir sind hier, um euch zu sagen, dass ihr das Problem seid! Solange ihr das nicht erkannt habt betrachtet den Frauen*Kampftag als Kampfansage an euch, ja, an euch, das heißt an dich!

(privilegierte, weiße, Hetero- Cis-) Typen! (mehr…)

Am 8. März & an allen Tagen: Rape Culture bekämpfen!: (Festival-) Reflexion #7

Reichlich spät, dafür aber pünktlich zum weltweiten Frauen*Kampftag, kommt hier noch ein Beitrag aus der Reihe Festival-Reflexionen! Er wird nicht so smooth wie ich das gern hätte, aber anstatt es länger aufzuschieben, will ich euch zumindest puzzleartig meine Sammlung an Materialien zum Thema zugänglich machen.
(An dieser Stelle vorweg ein riesen Dank an meine Freund_innen und Mitstreiter_innen, durch die ich zu den Slogans und den Zines, den Links und Diskussionen, den Festivals und Erkenntnissen gekommen bin – eure Mühe ist nicht vergessen; dass genau diese Arbeit oft von denen gemacht wird, die eigentlich selbst Support brauchen, ist bitter – ich hoffe ich kann hiermit ein wenig zur Umverteilung dieser Belastungen beitragen…)
Aber vorher: Worum geht’s überhaupt?

„Gegen Macker und Rassisten, fight the power, fight the system!“
Es geht (um nur ein mögliches von unendlichen Beispielen zu nennen) um Radiosender, die fleißig Lieder spielen, welche ausschließlich von romatisierten Heterobeziehungen handeln, die mein Lebensziel als Frau* auf die erfolgreiche Auserwählung durch einen Mann* reduzieren und mir nahelegen, dazu meine „weiblichen Reize“ einzusetzen und mich ansonsten gefügig zu verhalten; die zudem noch sexistische und sexualisierte Grenzüberschreitungen verharmlosen und romantisieren. Und die mir im Anschluss raten, ich solle nachts nicht alleine nach draußen gehen und am besten eine Notfallpfeife dabei haben. Honestly?! Fuck off!! (mehr…)