Archiv für Oktober 2014

[aktuell verlinkt:] „Global Rally against ISIS — for Kobanê — for Humanity!“

Hier zur Dokumentation ein internationaler Aufruf, der derzeit u.a. über Mailinglisten Verbreitung findet.
(Über lokale Aktivitäten informieren z.B. die jeweiligen ‚Ortsgruppen‘ von yxk, dem Verband der Studierenden aus Kurdistan.) (mehr…)

[aktuell verlinkt:] „Gefahr eines Völkermordes in Kobanê hält an – Dringender Handlungsbedarf!“

Nochmal in ganz knapp und nach wie vor ganz aktuell… Crosspost von Civaka Azad:

„Als Abschluss des News-Tickers wollen wir nochmals auf die Postulate der Bevölkerung von Kobanê hinweisen, die wir in Form einer Konklusion der erfassten Aussagen und Informationen von Vertreterinnen und Vertretern zusammengefasst haben.

Die Menschen aus Kobanê fordern… (mehr…)

[aktuell verlinkt:] Kobanê: deutsche Medien, türkische Straßen, internationale Politik … (und umgekehrt)

Vergangene Woche gingen täglich tausende Menschen in Solidarität mit Kobanê auf die Straße, bundesweit, europaweit, weltweit und insbesondere in Nordkurdistan und der Türkei; innerhalb der letzten zwei Tage unter anderem in Düsseldorf (mehr als 80.000), Frankreich/Paris (mehr als 17.000), Berlin (8.000), Afghanistan/Kabul (500), Schweiz/Basel (mehr als 10.000), Australien/Sydney (4.000), Dänemark/Kopenhagen (Tausende) und Nordkurdistan_Türkei/Silopi (mehrere Zehntausend) (siehe Newsticker „Belagerung von Kobanê wird begleitet vom Staatsterror in der Türkei“).

Wogegen sich diese internationalen Proteste richten, für welche Forderungen sie stehen und womit sie zusammenhängen – darüber wird in den deutschen Mainstream-Medien teils unvollständig bzw. unzutreffend berichtet. Daher hier eine Zusammenstellung der Berichterstattungen des kurdischen Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit (Civaka Azad). (mehr…)

[aktuell verlinkt:] Die Lage in Kobanê

kein Text
nur fehlende Worte

„IS dringt in Stadtzentrum von Kobanê ein“ – Newsticker von Civaka Azad, Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. (mehr…)

Doyçe Einheit?

Fehlende Zusammenhänge: Erinnerungen an eine weiße deutsche Kindheit in den 1990er Jahren…

Anfang der 90er: ein weißes deutsches Kindergartenkind steht in einer Lichterkette gegen „Ausländerfeindlichkeit“;
ihr Wissen über die Hintergründe wird sich für viele Jahre auf das Lied „Neue Brücken“ von PuR beschränken (womit der Musiklehrer noch am meisten politische Bildung an der Schule betrieben hat);
in ihrem Alltag hört sie täglich türkisch – mit dem kleinen Jungen in ihrem Haus übt sie im Hinterhof deutsch;
in den Fotoalben (Kindergarten, Grundschule) ist jeder dritte Name türkisch – die Erzieher_innen und Lehrer_innen sprechen deutsch;
Fotoalbum Gymnasium: die türkischen Namen unter den Bildern sind verschwunden;
sie lernt hier Englisch und Französisch. Französische Revolution und Bill of Rights. Wirtschaftswunder und die deutsche Wiedervereinigung;
an einer Bushaltestelle steht „kein mensch ist illegal“ – was das wohl heißen soll? …

… und späte Einsichten

Langsam ergeben sich Zusammenhänge …
An der Universität beschäftigt sie sich mit dem selektiven Bildungssystem Deutschlands … (manche brauchen eben 10, 20 Jahre länger als andere, um es zu durchschauen); auf einer Demo wird der Polizei entgegnet „Wo wart ihr in Rostock?!“ … Sie liest „Deutschland Schwarz weiß“, hört von der „Integrationsdebatte“, dem NSU und Refugee Protesten, macht desillusionierende Erfahrungen in der Sozialwesenarbeit und bekommt persönliche Geschichtsstunden rund um Proteste in der Türkei (u.a. OccupyGezi) … bis ihr schließlich klar wird, dass sie kaum etwas über deutsch-türkische und nichts über türkische Geschichte weiß und trotz der Allgegenwärtigkeit dieser Sprache in ihrer Biographie kein Wort Türkisch gelernt hat – ganz zu schweigen von all den anderen Sprachen, die täglich in Deutschland gesprochenen werden und deren geschichtlich-politischen Zusammenhängen.

Und damit ist sie leider, aber sicher, nicht alleine. Höchste Zeit also, diese eingeschränkte und wirklichkeitsferne Perspektiven eines sich abschottenden Gesellschaftsteils zu durchbrechen, sich in der Einwanderungsgesellschaft besser zu integrieren und ein wenig Bildung nachzuholen! Oder, um von einem Polit-Sprech zum anderen zu wechseln, die offizielle deutsche Geschichtsschreibung, Gesetzgebung und das Bildungssystem als strukturell rassistisch und klassistisch zu benennen. Und nochmal in pädagogisch: Es geht um Anerkennung – davon, wer Teil der deutschen Gesellschaft ist, wessen Geschichte eine Rolle spielt, welche Sprachen seit Jahrzehnten zum deutschen Alltag gehören und wer und was ein Anrecht darauf hat, als deutsch zu gelten. (Ungeachtet der Tatsache, dass grundlegende Anerkennung natürlich nicht an ‚deutsch oder nicht‘ gekoppelt sein kann!)

Einwanderungsgesellschaft, struktureller Rassismus, Migrationsabwehr: ein paar Schlaglichter auf deutsche Geschichtsschreibung

Hier also für alle weißen Deutschen, die auch Nachholbedarf in Sachen gesellschaftlicher Integration und rassismuskritischer Bildung haben, ein paar geschichtliche Daten und Denkanstöße, die kein ausgearbeitetes Bild ergeben, sondern zu mehr Auseinandersetzung auffordern.

1955-1968: Die BRD schließt „Anwerbeabkommen“ für Arbeitskräfte mit Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, Marokko, Südkorea, Portugal, Tunesien und Jugoslawien ab. (mehr…)