Archiv für Juli 2014

A_sexuelle Beziehungen (and why it matters to think about them): (Festival-) Reflexion #5

PART 1
[Asexualität – ein Workshop, an dem ich nicht teilgenommen habe, Material zum Thema und ein paar Gedanken]

Ein Workshop zu den Themen „A_Romantik und A_Sexualität“! Wie passt der in ein queer-feministisches Festival? Let’s see:
„Es geht um die Unterscheidung zwischen sexueller und romantischer Orientierung, darum was asexuell und sexpositiv sein gemeinsam haben, warum für mich Asexualität queer ist, um Consent und darum was du tun kannst, damit sich Asexuelle in deiner Community wohlfühlen.“
Yeah! Alles klar! … Oder?

Blick zurück:
Das erste Mal, dass ich von Asexualität las, ist gar nicht mal so lange her. Ich meine es war ein Artikel in der Straßen aus Zucker #8 mit dem Titel „We don‘t have to take our clothes off to have a good time. Keine Lust auf Sex und glücklich.“ Hier stieß ich das erste Mal auf Interviews mit Personen, die sich als asexuell beschreiben und von ihren (glücklichen – oh ja!) Lebens- und Liebensweisen berichteten.

Auch in dem Clip „Human Sexuality is Complicated“, welcher einen Kürzestabriss geschlechts- und sexualitätsbezogener Identitätsentwürfe und Lebensweisen versucht, begegnete mir Asexualität als sexuelle Orientierung.

Was hat es denn nun genau mit Asexualität auf sich? (mehr…)

„Sex Work is Work!“: (Festival-) Reflexion #4

Was ist eigentlich Sexarbeit? Klar, Sexarbeit kann das sein, was landläufig unter der Bezeichnung „Prostitution“ verstanden wird: bezahlter Geschlechtsverkehr, körperliche sexuelle Interaktionen. Sexuelle Dienstleistungen können aber auch ganz anders aussehen: Stripshows, erotische Massagen, Telefonsex, Escort, Domination-Submission-Spiele, Mitwirkung an erotischen_pornografischen Filmen, Fotos usw., … gearbeitet wird in (einzeln oder gemeinsam) gemieteten Räumen, Bordellen, den eigenen Privaträumen, den Privaträumen der Kund_innen, der Straße, bei Veranstaltungen, … Sexarbeit kann als Haupteinnahmequelle dienen, als Nebenverdienst, für eine kurze Zeit oder bis zur Rente. Sexarbeiter_innen verdienen sich damit ihr Brot, ihre Miete, die Klassenfahrt der Kinder, das Studium oder den nächsten Urlaub, sind ‚jung‘ oder ‚alt‘, Migrant_innen oder ‚Alteingesessene‘, ohne Abschluss oder Akademiker_innen.

Mit dieser schlaglichtartigen und höchst unvollständigen Aufzählung will ich andeuten, dass Sexarbeit viele Facetten besitzt, von unterschiedlichen Personen in verschiedenen Lebenslagen aus zahlreichen Gründen ausgeübt wird und sich damit keinesfalls einheitlich in die gängige (Tatort-) Erzählweise der hilfsbedürftigen, jungen, ‚nicht-deutschen‘/'nicht-europäischen‘, ungebildeten und abhängigen Mädchen packen lässt.
Dass diese vereinnahmende Erzählweise nicht vom reinen ‚Helfer_innensyndrom‘ herrührt, sondern patriarchale und nationale Interessen stützt, mag nun mehr oder weniger verwundern … (mehr…)