Archiv für Januar 2013

Lieber Ray

Lieber Ray.

Ich weiß nicht, wie viel bei dir ankommt von den Wellen, die das Hackerjeopardy geschlagen hat, oder was du davon abbekommst.
Bei mir als ‚Betroffene‘ sowie ‚Kritikerin‘ kommt sehr viel an – nicht zuletzt Verteidigungen deiner Person und deines Verhaltens, sowie (gelinde gesagt) Kritik an meiner Berichterstattung, Haltung, Position und Person (inklusive einer sehr detaillierten Übersicht, welche Klischees mir zugeschrieben werden und eine deutliche Artikulation, wo die Kommentierenden mich hinwünschen.)

Ein großer Streitpunkt scheint zu sein, ob ich berechtigt bin, dein Handeln zu kritisieren – und wer beurteilen kann, was du dir dabei gedacht hast, welche Haltung dahintersteckt oder ob dein Handeln legitim war. Ich finde es wichtig, hier klarzustellen: Was du dir dabei gedacht hast, was du damit aussagen wolltest und von welchen Voraussetzungen du dabei ausgingst – kann ich nur vermuten und ist überhaupt nicht der zentrale Punkt. (mehr…)

Nochmal in Ruhe: Was war? – Und woher die Sprengkraft?

Polarisierung
28. Dezember, Congress Centrum Hamburg, Hall 1: Der größte Saal des Gebäudes ist angefüllt mit unzähligen Kongressteilnehmern und (deutlich weniger) -teilnehmerinnen. Der Moderator des beliebten Antwort-Frage-Spiels hält das Publikum auch nach Mitternacht bei Laune. Dazu bedient er sich unter anderem der bunten Karten, die auf dem Kongress kursieren und die von vielen anscheinend als Sammelspiel genutzt werden. Ein (Groß?-) Teil des Publikums findet das witzig und/oder ärgern sich ohnehin über die Karten, ein anderer Teil fragt sich, was der Moderator damit erreichen will und ob es noch ertragbar ist, sich angesichtsdessen weiter hier aufzuhalten. Beim A-Team (Awareness-Team), das in Sachen Harassment zuständig ist, gehen während der Show 15 Anrufe ein; auf twitter überschlagen sich die Kommentare der konträren Reaktionen. So viel Wind um ein paar bunte Karten? Oder worum geht es eigentlich?

Worum geht es?
Woran sich die Geister scheiden: der Umgang mit gruppenbezogener Ungleichbehandlungen. Wie bitte? In der „galaktische[n] Gemeinschaft von Lebewesen, unabhängig von Alter, Geschlecht und Abstammung sowie gesellschaftlicher Stellung, offen für alle mit neuen Ideen“? Und da liegt schon der Knackpunkt: Gibt es hier Ungleichbehandlung? Unterschiedliche Ausgangslagen und Bedingungen? Womöglich sogar in der Form, dass Männer es leichter haben und weniger Hürden und Unannehmlichkeiten ausgesetzt sind? – Oder ist das alles Quatsch – bisher war doch alles gut, wozu der Stress?
Wer bisher keinen Schwierigkeiten begegnet war, konnte durch mehrere Hinweise darauf kommen, dass es nicht allen so geht:
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